Crowdinvesting für Immobilien

Gemeinsam einen Stein auf den anderen setzen...

Hast Du Dich schon einmal mit alternativen Finanzierungen auseinandergesetzt, dann dürfte Dir Crowdfunding und insbesondere Crowdinvesting bereits ein Begriff sein. Die Finanzierungsform also, auf die viele Gründer mit ihren Startups zurückgreifen, um erstes Kapital einzusammeln. Crowdinvesting ist aber noch mehr als nur das. Seit geraumer Zeit wird es auch in den Kreisen von Immobilien immer beliebter. Baugenossenschaften und Immobilieninvestoren greifen auf Crowdinvesting zurück, um ihr Projekt teilweise zu finanzieren. Anstelle eines Bankkredits, der im Moment zwar sehr günstig zu haben ist, aber auch erhöhte Abhängigkeiten mit sich bringt. Da Du sehr wahrscheinlich nicht zu der Nehmergruppe gehörst, könnte Crowdinvesting für Immobilien für Dich als Geber interessant werden. Denn es versteht sich als lukrative Geldanlage mit jährlichen Zinsen. Es ist, als wärest du nebst vielen anderen die Bank und würdest einen Kredit auszahlen, der mit Zinsen innerhalb von einigen Monaten zurückgezahlt wird.

Immobilie ADCADA Unternehmensgruppe rostock friedhofswegDafür meldest du dich auf einer von vielen Plattformen an, die sich auf Crowdinvesting für Immobilien spezialisiert hat so wie zum Beispiel direkt bei adcada.money, und investierst in Dein erstes Projekt. Meist handelt es sich um schöne und moderne Mehrfamilienhäuser, manchmal sogar um ganze Siedlungen, in deutschlandweit attraktiven Lagen. Auch Gewerbeimmobilien sind hin und wieder dabei, wobei es auch auf die Plattformen ankommt. Hierhinein kannst Du einfach und sicher investieren. Zwar musst Du bei Deiner Investition ein höheres Risiko als beispielsweise beim Tagesgeld einplanen, aber kannst auch davon ausgehen, dass die Rückzahlung zuverlässig funktioniert. Schließlich wurden mit Crowdinvesting bei Immobilien schon hunderte verschiedene Projekte realisiert, oft in Millionenhöhe und mit guten Jahreszinsen auf die Investition von 4 bis 7 Prozent. Zum Vergleich: Beim Tagesgeld erhältst Du mittlerweile nicht einmal 0,5 Prozent Zinsen im Jahr. Nur (Immobilien-)Fonds sind mit ihrer Rendite etwas besser und haben zudem den Zinseszinseffekt, den das Crowdinvesting als Nachrangdarlehen nicht hat.

Wie genau funktioniert Crowdinvesting für Immobilien? 

Die Funktionsweise von Crowdinvesting ist sehr einfach zu verstehen. Stelle Dir vor, du möchtest ein Unternehmen gründen und brauchst dafür Kapital. Nun kannst Du mit diesem Wunsch zur Bank gehen oder auch zu einem Business Angel, der das Kapital gibt und dafür Firmenanteile verlangt. Weil Du Dich aber nicht von einer einzigen Person oder Institution abhängig machen möchtest, entscheidest Du dich für das Crowdinvesting. Hier kommt das Geld von vielen "kleinen" Investoren zusammen, die allesamt eine monetäre Gegenleistung erhalten. Also entweder Zinsen auf ihre Investition oder Firmenanteile. Hier spricht man von einem sogenannten Nachrangdarlehen. Tausende Unternehmen wurden so bereits finanziert, doch im Immobiliensektor lassen sich Firmenanteile nur schlecht verteilen. Es handelt sich um Bauprojekte ohne fortlaufende Entwicklung, weshalb sich der Standard etabliert hat, Crowdinvesting für Immobilien als tatsächlichen Kredit samt Zinsen und Rückzahlung zu gestalten. So wiederum wurden schon tausende Immobilienprojekte finanziert und realisiert.

Gehst Du einmal auf eine der Plattformen, dann wirst Du diesen Standard recht schnell durchblicken. Die Immobilien werden kurz vorgestellt, dazu gibt es eine Angabe zum Risikogehalt, zu den effektiven Jahreszinsen und zur Laufzeit. Die meisten Projekte laufen 12 bis 36 Monate. Das heißt, dass Du Deine Investition innerhalb dieser Zeit plus Zinsen zurückgezahlt bekommst. Alternativ könntest Du das Geld auch in Immobilienfonds anlegen, die ebenfalls flächendeckend in Immobilienprojekte investieren, aber eine Direktanlage über Plattformen für Crowdinvesting gibt Dir noch eine stärkere Bindung und einen besseren Eindruck von den Immobilien, die gebaut werden. Auf sonstige Anlagemethoden wie Tagesgeld oder Festgeld solltest Du dagegen komplett verzichten. Zumindest für den Moment, bis die Zinsen wieder steigen. Dann nämlich kann es auch gut sein, dass es aufgrund des hohen Investitionsvolumens unattraktiver wird, in Wohn- und Gewerbeimmobilien zu investieren. Dass sich der gesamte Spieß sozusagen umdreht.

Welche Plattformen für Crowdinvesting gibt es im Immobilienbereich?

Die größte aller Plattformen für Crowdinvesting bei Immobilien kommt aus Hamburg und nennt sich Exporo. 2016 wurde ein Investitionsvolumen von stolzen 21,4 Millionen Euro erreicht, womit sich Exporo deutlich von seinen Mitbewerbern abhebt. Die nächste Plattform heißt Zinsland und erreichte im gleichen Jahr "nur" 6,5 Millionen Euro Investments. Bei Zinsland handelt es sich nicht nur branchentechnisch um einen Konkurrenten, sondern auch regional. Die Plattform kommt ebenfalls aus Hamburg. Unterscheiden tun sich die Plattformen hauptsächlich über die Mindestinvestition und natürlich die Projekte. Hinsichtlich der Mindestinvestition hebt sich Bergfürst mit nur 10 Euro Mindestvolumen deutlich von den anderen ab. Ansonsten bestehen keine sonderlich großen Unterschiede zwischen ihnen.

Die wichtigsten Plattformen:

  • Exporo: Investments ab 500 Euro, verschiedene Projekte in ganz Deutschland, gut verständliche Risikoeinordnung bei den Projekten, keine Registrierung erforderlich, um Projekte anschauen zu können
  • Zinsland: Investments ab 500 Euro, verschiedene Projekte in ganz Deutschland, Kapitalertragssteuer wird direkt einbehalten, Registrierung erforderlich, um Projekte anschauen zu können
  • Zinsbaustein: Investments ab 500 Euro, verschiedene Projekte in ganz Deutschland, Registrierung erforderlich, um Projekte anschauen zu können
  • Bergfürst: Investments ab 10 Euro, mehr ein Handelsplatz als eine klassische Crowdinvesting-Plattform, Kapitalertragssteuer wird direkt einbehalten, Registrierung erforderlich, um Projekte anschauen zu können
  • iFunded: Investments ab 500 Euro, leicht verständliche Risikoklassen, keine Informationen zu möglicher Registrierung

Weitere Plattformen:

  • Engel & Völkers Capital (ab 100 Euro)
  • Sarego (ab 100 Euro)
  • ReaCapital (ab 250 Euro)
  • IMM Funding (keine Angabe zur Mindestinvestition)
  • Home Rocket (ab 250 Euro)
  • Renditefokus (ab 500 Euro)

 

Welchen Effekt haben Immobilien als Geldanlage?

Als Anleger weißt Du beim Immobilieninvestment bereits vorher, was Du am Ende rausbekommst, wenn Du investiert hast. Da alle Plattformen eine konkrete Laufzeit und einen konkreten effektiven Jahreszins angeben, braucht es nur noch eine kurze Rechnung, um den Gewinn aus der Geldanlage zu ermitteln. Viele Plattformen bieten sogar einen Rechner direkt auf der Seite oder direkt bei den Immobilien. Einmal investiert, musst Du dann nur noch auf die Rückzahlung warten. Natürlich hängt deren Höhe davon ab, wie viel Du in die Geldanlage gesteckt hast. Hast Du Dich beispielsweise ans Mindestvolumen gehalten und 500 Euro eingezahlt, bekommst Du bei 24 Monaten und 5,2 Prozent Zinsen am Ende nur +26 Euro zurückgezahlt. Legst Du allerdings 10.000 Euro zu gleichen Konditionen an, dann sind es schon +537 Euro innerhalb von zwei Jahren. Bedenke, dass das Geld übrig sein muss, damit Du als Anleger nicht in Schwierigkeiten gerätst.

Ob sich das für Dich lohnt oder nicht, musst Du selbst entscheiden. Mit Immobilienfonds – oder Fonds und Aktien allgemein – kannst Du langfristig natürlich mehr erreichen. Dafür musst Du Dich aber auch auf ein gesteigertes Risiko einlassen. Apropos Risiko: Wie die Plattformen ihre Risikoklassen definieren, kannst du direkt auf ihnen nachlesen. Es gibt zwar einen gewissen Grundstandard, den Anleger auch schnell verstehen können, doch in bestimmten Sachen können die Angaben vom Standard abweichen. Bei Fragen helfen die Plattformen meist auch telefonisch oder per Mail weiter.

Warum ist Crowdinvesting nicht gleich Crowdfunding?

Bei Crowdinvesting und Crowdfunding handelt es sich um zwei recht ähnliche Begriffe, die von vielen gerne auch synonym verwendet werden. Aber auch wenn sie beide fast das gleiche meinen (nämlich eine Schwarmfinanzierung), sind sie verschieden. Beim Crowdfunding werden ebenfalls bestimmte Projekte durch das Kapital von vielen "kleinen" Investoren finanziert. Soweit besteht also erst einmal kein Unterschied. Doch erwarten die Investoren beim Crowdfunding nur einen symbolischen Gegenwert. Keine monetären Gewinne. Genau hier steckt der Unterschied, der auf dieser Seite noch einmal detaillierter ausgeführt wird. Beim Crowdinvesting geht es nämlich immer darum, die Investoren monetär zu beteiligen. Sie zum Anleger zu machen und für Zinsen oder Anteile investieren zu lassen. Wie sich Crowdinvesting für Startups und für Immobilien unterscheiden, haben wir bereits in anderen Beiträgen erklärt. Möchtest Du also in Immobilien investieren und als Anleger attraktive Gewinne einfahren, dann solltest Du keinesfalls von Crowdfunding reden.

Fazit: Möchtest Du nebenher in Immobilien investieren?

Wie weiter oben aufgezeigt, sind Immobilien eine schöne Sache, um nebenher zu investieren und Gewinne zu generieren. Beachte jedoch, dass selbst bei 5 bis 7 Prozent an effektiven Jahreszinsen bei der kurzen Anlagedauer nur kleinere Gewinne herauskommen. Immobilien sind etwas träger als Fonds und Aktien, weil die Langfristigkeit und der Zinseszins fehlen. Gewiss sind Immobilien aber deutlich besser als Tagesgeld, Festgeld oder Sparbücher in Sachen Gewinn. Du solltest also schon Crowdinvesting in Immobilien mitmachen, wenn es Dich anspricht – aber es nicht zum Mittelpunkt Deiner Geldanlage werden lassen. Eine gute Anlage ist immer ausreichend diversifiziert und überlegt. Bedenke auch, dass immer noch genügend Eigenkapital vorhanden sein muss, damit Du keine finanziellen Engpässe bekommst, während Du in Immobilien oder andere Anlagen investierst und die Rückzahlung noch braucht. Ein Notgroschen als zurückgelegtes Eigenkapital gehört immer mit zur Geldanlage.